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SUMMARY:EU-Lackmustest nur teilweise bestanden: Fachkräfte-Abwanderung und Prekarisierung rütteln an der deutsch-polnischen Erfolgsbilanz
DESCRIPTION:BERLIN\, 04. Mai 2026 – Das enorme öffentliche Interesse markierte den Auftakt einer Debatte\, die längst überfällig war: Über 50 Anmeldungen aus Politik\, Wissenschaft\, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft unterstrichen die Brisanz der Veranstaltung im Berliner „Club der Polnischen Versager“. Unter dem Titel „15 Jahre Arbeitnehmerfreizügigkeit – Bilanz\, Brüche und Perspektiven im deutsch-polnischen und europäischen Kontext“ lud der Polnische Sozialrat e.V. (in Kooperation mit Polki w Berlinie e.V.) dazu ein\, ein Thema zu sezieren\, das die Grundfesten der europäischen Idee berührt. \nWährend die offizielle Politik das Jubiläum der Freizügigkeit oft als bloßen Meilenstein feiert\, zeichneten die Organisator*innen ein deutlich kritischeres Bild einer Ära\, in der erstmals mehr Pol*innen Deutschland verlassen\, als neu zuwandern. \nPrekariat statt Teilhabe: Wenn Qualifikation im System versinkt \nIm Zentrum der Diskussion standen die harten Realitäten der Arbeitswelt. Die Expert*innen auf dem Podium warnten eindringlich vor einer fortschreitenden Prekarisierung: Zu viele EU-Bürger*innen finden sich trotz hoher Qualifikationen in unsicheren\, unterbezahlten Arbeitsverhältnissen wieder. Dieser „Brain Waste“ – die Verschwendung von Talent und Wissen durch bürokratische Anerkennungshürden – wurde als zentrales demokratisches Defizit identifiziert. \n„Demokratie leben“: Ein unverzichtbares Fundament \nEin zentrales Plädoyer des Abends galt der zivilgesellschaftlichen Infrastruktur. Das Programm „Demokratie leben“ wurde als lebensnotwendiges Rückgrat für die Arbeit mit mobilen EU-Bürger*innen hervorgehoben. Demokratieförderung und zivilgesellschaftliches Engagement seien keine Luxusgüter\, sondern die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Freizügigkeit. Angesichts drohender Budgetkürzungen wurde klargestellt: Ohne die Stärkung dieser Programme verliert die Freizügigkeit ihren sozialen und demokratischen Kompass. \nTrotz Brüchen: Eine starke Partnerschaft als Ziel \nTrotz der scharfen Kritik an strukturellem Antislawismus und mangelnder Gleichbehandlung blieb der Tenor konstruktiv: Ziel müsse eine vertiefte\, krisenfeste deutsch-polnische Partnerschaft sein. Diese müsse jedoch auf echter Augenhöhe stattfinden und die Lebensrealitäten der Millionen Menschen anerkennen\, die diesen gemeinsamen Raum täglich mitgestalten. \nExpertise auf dem Podium \nIn einer engagierten Fishbowl-Diskussion debattierten: \n\nSimona Koß (Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e.V.)\nKatarina Niewiedzial (Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration)\nAdam Gusowski (Club der Polnischen Versager e.V.)\nDr. Marta Neüff (Vorsitzende des Polnischen Sozialrats e.V.)\nDr. Kamila Schöll-Mazurek (Bundesgeschäftsführerin des Polnischen Sozialrats e.V.)\nJoanna Szymańska-Bica (Vorsitzende des Polnischen Sozialrats NRW e.V.)\nAslem Balabanov (Erster Sekretär für Arbeit und Soziales\, Botschaft Bulgariens)\n\nForderungen an die Politik \nDie Teilnehmer*innen und Organisator*innen forderten eine radikale Kehrtwende: \n\nSchluss mit der Anerkennungs-Bürokratie: Sofortige Vereinfachung der Verfahren\, um Fachkräfte zu halten.\nEchte politische Teilhabe: Massive Erleichterung der Einbürgerung für EU-Bürger*innen.\nInvestition statt Kürzung: Langfristige Sicherung und Ausbau von Programmen wie „Demokratie leben“.\nEuropäisierung der Agenda: Verankerung von Bürgerrechtsfragen\, gleichberechtigter Teilhabe und Antislawismus als feste Punkte in bilateralen Regierungsgesprächen.\n\nFazit \nDie Botschaft ist eindeutig: Der „Lackmustest Europa“ ist derzeit nur teilweise bestanden. Wenn Deutschland ein attraktiver Lebensstandort bleiben will\, muss es mehr bieten als nur den Zugang zum Arbeitsmarkt – es muss ein Ort der echten demokratischen und sozialen Teilhabe werden. \nWir laden herzlich zur Lektüre unseres neuen Factsheets ein: Zwischen Freizügigkeit und Ausschluss: EU-Arbeitsmigration nach Deutschland kompakt
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